Welternährungstag 2020

Tierische Produkte, wie Milch, Eier, Fleisch, Geflügel, tragen einen wesentlichen Beitrag zur Welternährung bei

19. Okt. 2020
© Köppl

Am jährlichen Welternährungstag am 16. Oktober stehen Welthunger und Ernährungssicherheit im Mittelpunkt. Die tierhaltende Landwirtschaft spielt hierbei eine entscheidende Rolle, liefert sie doch einen überwiegenden Teil der benötigten Lebensmittel.

Der Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) als Sprachrohr der Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe, Ziegen und Pferde weist hierbei auf die Versorgungssicherheit Österreichs mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln wie Milch, Milchprodukten, Fleisch, Geflügel, Eier, hin. Der Selbstversorgungsgrad beträgt bei Rind und Kalb 141%, bei Milch und Milchprodukten 128%, bei Schweinefleisch 101%, bei Käse 99%, bei Eiern 87% und bei Geflügel 71%.

„Gerade die Gegebenheiten rund um Corona haben der Bevölkerung die Leistungen unserer tierhaltenden Betriebe in einem verstärkten Ausmaß bewusst gemacht“, betont NTÖ-Obmann Walter Lederhilger. „Bei der Spanischen Grippe vor 100 Jahren gab es sowohl für die Bevölkerung als auch für die Landwirtschaft ganz andere Bedingungen. Es herrschte vielerorts Hungersnot und Nahrungsmittelmangel. Fast 40% der Erwerbstätigen waren in der Zwischenkriegszeit in der Landwirtschaft tätig, heute sind es nur mehr 3,7%. Mechanisierung und Technisierung ermöglichten höhere Erträge und Produktionssteigerungen. Der österreichische Weg in der Tierhaltung ging dabei sehr stark in Richtung Qualität.“ Hier stehen Tierwohl, viel höhere Hygiene- und Umweltstandards als auch Sozialabsicherungen im Mittelpunkt. Österreich zählt hierbei zu den Ländern weltweit mit den höchsten Tierwohl, Tiergesundheits-, Hygiene und Umweltstandards. Heute versorgt eine österreichische Bäuerin oder ein Bauer rund 117 Menschen, obwohl die durchschnittliche Fläche eines österreichischen Betriebes nur 19 ha groß ist. Im internationalen Vergleich ist dies sehr klein – genauso wie die durchschnittlich 32 Rinder, 109 Schweine, 29 Schafe und 11 Ziegen pro Betrieb. Die tierhaltende Landwirtschaft ist bäuerlich strukturiert und umfasst zu 90% Familienbetriebe.

Die österreichischen Lebensmittel sind im Ausland überaus beliebt und genießen ein hohes Image. Die tierischen Produkte Milch, Fleisch, Käse, Butter und Joghurt dominieren die Exportmärkte. Der Exportschlager ist Käse mit einem Exportwert von 642 Mio. Euro, generell machen Milch und Milchprodukte 10% der gesamten Agrarexporte aus. Die Exportwirtschaft generiert eine hohe Wertschöpfung für das Land und sichert zehntausende Arbeitsplätze, von der Bauernschaft über die Verarbeitung, über den Handel bis zum Tourismus.

„Unsere intakte Natur, das Grünland, die Almwirtschaft sowie die hohen Tierwohl- und Produktionsbedingungen zeichnen unsere tierischen Lebensmittel aus“ weist Walter Lederhilger hin. „Seit Beginn der Corona-Pandemie erleben diese regionalen Produkte auch im Inland einen Boom und werden von der Bevölkerung noch mehr geschätzt. Um auch in Großküchen und Gastronomiebetrieben den Kunden die Entscheidungsmöglichkeit für heimische Produkte zu geben, ist die Umsetzung der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung bis auf den Teller unabdingbar. Die im Regierungsprogramm verankerten ersten Schritte müssen vom zuständigen Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz rasch umgesetzt werden“, so die Forderung des NTÖ.

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